„Sie nennen mich Fettie und Arschloch. Aber es ist mir egal. Mein Name ist Divine, John Waters gab mir diesen Namen. Und ich mag ihn. Jetzt gehört er zu mir.“
Divine (19. Oktober 1945 – 7. März 1988) war weniger ein Künstler als ein eruptives Gesamtkunstwerk: In den Filmen von John Waters – etwa „Pink Flamingos“ oder „Hairspray“ – sprengte Divine die Grenzen des guten Geschmacks mit kalkulierter Obszönität und subversivem Witz. Parallel dazu eroberte Divine als Disco-Stimme mit Titeln wie „You Think You’re a Man“ oder „Shoot Your Shot“ die Tanzflächen und führte das Prinzip der Übertreibung in den Pop über.
Als Schock-Dragqueen inszenierte Divine den eigenen Körper als Provokation, als Angriff auf bürgerliche Ästhetik und Moral – bis hin zu jenen legendären Grenzüberschreitungen, die sich dem Publikum unauslöschlich einbrannten. Unter anderem aß sie in einem Film Hundekot.

